20 Tipps, mit denen du Schreibblockaden ein Ende setzt
Schreibblockade

20 Tipps, mit denen du Schreibblockaden ein Ende setzt

Ahoi! In diesem Artikel erfährst du:

  • Die typischen Symptome von Schreibblockaden
  • Die Ursachen für Schreibblockaden
  • 20 Tipps mit denen du Schreibblockaden ein Ende setzt

Setzen wir die Segel:

Unzählige Autoren leiden an Schreibblockaden. Manche berichten offen darüber, manche verstecken sich in ihren dunklen Kammern. Die Dunkelziffer ist hoch. Um dieser Krankheit ein Ende zu setzen, möchte ich dir heute eine Medizin verschreiben, die nur positive Nebenwirkungen hat und dazu besonders lecker schmeckt.

Was zum Anker ist eine Schreibblockade?

Bei Schreibblockaden handelt es sich um ein psychisches Phänomen, bei dessen Auftreten man nicht in der Lage ist zu schreiben. Die Blockade kommt von einer Angst, die einen lähmt. Doch wie erkenne ich, ob ich eine Schreibblockade habe?

Schütze dich vor Schreibblockaden. Foto: Dmitry Ratushny, Unsplash

Typische Symptome einer Schreibblockade

Symptome gibt es ganz unterschiedliche. Den Einen fällt es einfach schwer den Einstieg zu finden, die Anderen empfinden das Schreiben als Qual und fangen sogar lieber an zu putzen. Manch einer zeigt sogar körperliche Symptome, wie Schwindel. Neue Ideen oder die einfachsten Wörter fallen einem einfach nicht mehr ein. Der Kopf fühlt sich wie leergefegt an oder wie vollgestopft. Alles was man geschrieben hat ist Schrott, nichts ist gut genug. Zwischendrin hängt man ständig am Handy und unterbricht sein Schreiben, um wenigstens irgendwie Spaß zu haben. Der ursprüngliche Plot funktioniert nicht. Irgendwas ist immer. Wenn man eine Krankheit heilen möchte, muss man zunächst die Ursache dafür finden. Was kann eine Schreibblockade also überhaupt verursachen?

Ursachen für Schreibblockaden

Eine weitverbreitete Ursache ist der eigene Perfektionismus. Man will sofort den bestmöglichen Text schreiben, fehlerfrei versteht sich. Eine andere Ursache kann sein, dass es Lücken im Plot gibt und du genau an diesen Stellen feststeckst. Falls du gar keinen Plot oder Struktur hast, kann es natürlich auch am fehlenden Rahmen liegen. Oder dein Plot ist einfach zu komplex, weil er zum Beispiel aus mehreren Perspektiven besteht.

Ein weiterer Grund für Schreibblockaden kann sein, dass man eine Auftragsarbeit schreibt, zu der man eigentliche keine Lust hat. Wenn man Daten (Plot, Recherche, Figurenbeschreibungen etc.) nicht mehr findet oder sie unübersichtlich oder unvollständig sind, kann einen das ebenso aus der Schreibbahn werfen. Auch Angst vor Kritik ist eine mögliche Ursache. Was, wenn Lektor_in, Leser_in, Agent_in das alles schlecht finden? Man will sich ja nicht blamieren oder gar versagen. Natürlich können auch Depressionen oder andere psychische Probleme eine Ursache sein. Dann solltest du einen Arzt aufsuchen. Doch das sind wirklich die Ausnahmen. In den meisten Fällen, lassen sich die Ursachen lösen. Doch wie nun?

Meine 20 Spezialtabletten gegen Schreibblockaden.
Natürlich nur im übertragenen Sinne, dafür ganz ohne Nebenwirkungen
Foto: Ulrike Leone, Pixabay

Hier meine 20 Spezialtabletten, mit denen du Schreibblockaden ein Ende setzt:

1. Done is better than perfect
Der Perfektionismus beginnt dich zu beherrschen? Lass das nicht zu! Setz dich hin und bedanke dich bei ihm für sein Wohlwollen, denn er meint es ja nur gut und will, dass du alles richtig machst. Dann mach ihm klar, dass du die Hosen in der Beziehung anhast und seine Übertreibungen einfach nicht weiter tragbar sind. Ab sofort nimmst du das Steuerrad wieder selbst in die Hand und der Perfektionismus darf erst wieder aufleuchten, wenn du fertig bist und anfängst zu korrigieren.

2. Klare Struktur
Du steckst in deinem Plot fest, hast gar keine Struktur hinter deinem Text oder dein Plot ist dir auf einmal doch zu komplex? Dann musst du nochmal einen Schritt zurück gehen und hier nochmal ein wenig Hirnschmalz investieren. Glaub mir, am Ende lohnt es sich. Sobald du eine logische, in sich schlüssige und auf Ursache- und Wirkungsprinzip aufbauende Struktur dahinter hast, kannst du dich wie ein Äffchen entlang hangeln.

3. Raum für Kreativität
Eine klare Struktur ist wichtig, aber manch einer übertreibt es damit. Wenn du das Gefühl hast, deine Kreativität ist auf einmal komplett eingeschränkt und du kannst dich nicht mehr entfalten, versuche auch mal ein Stück Abweichung zuzulassen. Behalte das Große und Ganze im Blick und streif deine Zwangsjacke einfach mal ab.

4. Schreib, über das was du liebst
Dieser Rat ist wohl der schwierigste, gerade wenn man auf das Geld angewiesen ist. Und dennoch, du hast dich warum auch immer für diesen Auftrag entschieden oder er wurde dir zugetraut. Nun ist es an dir, das Beste daraus zu machen. Bringe es schnell hinter dich und versuche etwas von dir reinzubringen, dass dir Spaß macht. Und sei es nur eine schöne Formulierung oder eine witzige Anekdote.

5. Schaffe Ordnung
Nicht nur dein Kopf quillt über, sondern auch deine Datenbank? Eigentlich sollte die Figurenbeschreibung hier abgespeichert sein, aber du findest sie nicht? Du brauchst ewig bis du erkennst, was du mit den Recherche-Unterlagen eigentlich gemeint hast und auch die Schrift in deinen zehn Notizbüchern ist kaum noch lesbar? Sorge für Ordnung in deinen Daten. Auch digital ist diese wichtig, damit du schnell und einfach die Dinge findest, die du wirklich brauchst. So bekommst du einen klaren Kopf und kannst wieder loslegen.

6. Bleib cool
Angst vor Kritik, vor dem Versagen oder sich zu blamieren kennt jeder und ist ganz normal. Doch wenn du zulässt, dass sie dich hindert dein Buch zu schreiben, ist es Zeit für einen gesalzenen Abschiedsbrief!

7. Bleib authentisch
Du versuchst so zu schreiben, wie es dir eigentlich nicht liegt? Dann ist es kein Wunder, dass du keinen Spaß hast. Es war ein guter Versuch, aber lass es. Bleib authentisch in deiner Schreibe, dann kommt der nächste Flow von ganz allein.

8. Kopieren oder abschreiben
Du sitzt am Textanfang vor diesem dämlichen weißen Blatt? Das kriegen wir schnell voll! Kopiere einfach etwas aus einem anderen Dokument rüber und schon steht etwas drin. Du kannst dir auch einfach ein Buch schnappen, welches dich gerade zu dem Thema inspiriert und die erste Seite abtippen. Dann schreibe weiter mit deiner eigenen Geschichte und lösche das kopierte am Ende wieder.

9. Überarbeiten
Was mir persönlich auch immer hilft, um besser in einen Text reinzukommen, ist die vorherigen Szenen oder Kapitel zu überarbeiten. Dann weiß ich nochmal genau wo ich stehengeblieben bin und kann direkt daran anknüpfen. Wenn du dich länger nicht mit der Geschichte befasst hast, kann es auch helfen, den ganzen Text nochmal von vorne zu überarbeiten. Das dauert dann zwar länger, aber dafür bist du wieder voll drin.

10. Figuren
Häufig ist mangelnde Figurenarbeit die Ursache einer Schreibblockade. Du fühlst nicht, wie sich die Figur verhalten würde. Weißt nicht, wie sie aussieht und was sie gerne mag? Öffne nochmal deine Figurendatei, lese dich rein und überarbeite. Erst wenn die Figuren zum Leben erwachen, sind sie Romanreif.

11. Vorlagen
Was mir total hilft und was ich auch noch weiterausbauen möchte, sind Vorlagen. Manchmal fällt einem einfach nicht das richtige Wort oder die passende Formulierung ein. Dann ist es gut, wenn man sich Listen mit Verben, Adjektiven, und Beschreibungen zurechtgelegt hat. Wenn du das bis jetzt noch nicht gemacht hast, wäre es ein guter Anfang für die Zukunft.

12. Keine Unterbrechungen
Schreib im Fluss und lösch am Schluss – reimt sich und was sich reimt ist gut, sagt der Pumuckl. Hör auf den Kobold. Schalte dein Handy ab und lege es ganz weit weg oder arbeite mit Apps wie Focus Keeper.

13. Abstand
Manchmal ist man so verzweifelt, dass man sich in seine Schreibblockade richtig reinsteigern kann. An solchen Tagen solltest du es einfach mal gut sein lassen. Leg eine Pause ein und mach etwas anderes. Du wirst sehen, deine Gedanken kreisen dennoch weiter und vielleicht fällt dir sogar was ein. Bei mir ist das immer in den ungünstigsten Situationen: beim Zähneputzen, beim Autofahren, beim Fahrradfahren, kurz vor dem Einschlafen. Versuch dir die Dinge zu merken oder kurz danach aufzuschreiben. Bitte tippe nicht während der Autofahrt auf deinem Handy rum.

14. Austausch
Mir hilft es auch immer sehr, wenn ich mich mit jemandem über meine aktuellen Herausforderungen beim Schreiben austauschen kann. Während man selber ein Brett vor dem Kopf hat, sieht der andere oft die Lösung. Wenn du Kollegen aus der Branche, also andere Autoren_innen, Lektoren_innen, Agenten_inne etc. kennst, sind das die perfekten Ansprechpartner. Aber auch Nahestehende, die nichts mit dem Schreiben zu tun haben, können einem manchmal die Augen öffnen.

15. Trinken
Du gehörst zu der Kategorie, der man seine tägliche Wasserzufuhr einflössen muss? Dein Kopf brummt auch schon wieder und mit den ollen Schmerzen hast du sowieso keinen Bock mehr zu schreiben? Dann ist es kein Wunder, dass dein Gehirn nicht richtig arbeiten kann. Schnapp dir einen Humpen Wasser und trink mal.

16. Lesen
Irgendwie hast du das Gefühl für die Sprache verloren. Deine Formulierungen sind holprig und auch sonst bist du nicht mehr zufrieden. Kann es sein, dass du in letzter Zeit nicht mehr viel gelesen, sondern deine Zeit lieber auf Netflix und Co. verbracht hast? Lesen hilft. Es formt dein Sprachzentrum, steigert deine Fatasie und regt zu neuen Gedankengängen an.

17. Regelmäßig schreiben
Du kommst nur ab und zu zum Schreiben und wenn du wieder anfängst dauert es erstmal eine Ewigkeit? Kenn ich. Deshalb solltest du öfter schreiben. Versuche, dir so oft wie möglich Zeiträume zu schaffen, in denen du schreiben kannst. Dann wirst du sehen, dass es schneller geht.

18. Kleine Etappen
Wenn man auf einen Berg klettert, kann man von unten den Gipfel nicht sehen. Das kann einen ganz schön frustrieren. So ist es auch beim Schreiben. Am Anfang ist man noch motiviert, aber irgendwann sieht man nur noch die Arbeit und kein Ende in Sicht. Deshalb mach es wie die Wanderprofis: Setz dir Etappenziele und kehre zwischenzeitlich auch mal in eine urige Hütte ein. Mit so einem Kaiserschmarren im Magen fühlt es sich doch wesentlich leichter an.

19. Sport
Du sitzt seit Stunden am Schreibtisch und die Luft ist raus? Dann jogge eine Runde an der frischen Luft. Dadurch wird dir nicht nur Sauerstoff ins Gehirn gepustet, auch die Überwindung Sport gemacht zu haben, gibt dir das Gefühl, dass du nun alles schaffen kannst. Hürden schrumpfen und du bekommst auf alles eine neue Perspektive.

20. Dein warum
Du hast die ersten Etappen erfolgreich hinter dich gebracht, liegst im Zeitplan, aber nun scheint dir die Puste auszugehen? Dann nimm dir ein paar Minuten Zeit und mach dir klar, warum du das eigentlich tust. Nimm am besten Stift und Papier zu Hand und schreib dir genau das auf. Dann schließ die Augen und stell dir vor, wie du mit deinem fertigen Roman auf der Buchmesse stehst, wie du dich auf deiner Lesung angeregt unterhältst oder wie du dein Buch in der Buchhandlung entdeckst. Seufz!

Na, schon wieder im Schreibflow? 😉 Foto: StockSnap, Pixabay

Versuche einfach mehrere Pillen aus, aber flüchte nicht allzu lange. Das macht die Sache nur noch schlimmer. Ich hoffe, die richtige Medizin war für dich dabei und ich konnte dich mit diesem Artikel inspirieren und motivieren. Wenn dem so ist, würde ich mich über einen Kommentar von dir freuen 😊

Leinen los und schreib schön!

Deine Nicola

Ein Ankerplatz für Geschichten

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

    1. nicolaanker

      Ahoi Inge,

      vielen lieben Dank, das freut mich sehr. 🙂
      Du als erfahrene Autorin kennst dich bestimmt aus.
      Ich hoffe, dass auch für dich noch der ein oder andere hilfreiche Tipp dabei war.

      Herzliche Ankergrüße
      Nicola

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